Chiropraktik und Osteopathie für Pferde

Was sind

Chiropraktik und Osteopathie

Chiropraktik und Osteopathie zählen zu den manuellen Behandlungsmethoden. In “manuell” steckt das Wort “manus” und bedeutet Hand. Das heißt, dass hauptsächlich mit den Händen behandelt wird. Beide Behandlungsmethoden werden bei Problemen am Bewegungsapparat, wie Rückenschmerzen und Muskelverspannungen, eingesetzt.

Das Ziel ist es, die Beweglichkeit zu verbessern und eine eventuell vorhandene Schmerzhaftigkeit zu reduzieren. Denn nur gesunde Pferde haben Spaß an der Bewegung und sind leistungsbereit.

Meine Qualifikationen

Zusätzlich zu meinem Tiermedizinstudium habe ich verschiedene Fortbildungen im Bereich der Chiropraktik, Osteopathie, Faszienbehandlung, Physiotherapie, Akupunktur und Lasertherapie absolviert. Genaueres dazu finden Sie bei Über mich.

Aus diesen Behandlungsgebieten wähle ich dann für Ihr Pferd die Techniken aus, die zur Behandlung der Befunde am Behandlungstag passend sind. 

Ablauf der Behandlung

Abtasten

Zuerst taste ich Ihr Pferd ab, um erstmal einen groben Überblick zu bekommen. Dabei untersuche ich den Körper Ihres Pferdes auf Temperaturunterschiede, verspannte Muskulatur, Schmerzhaftigkeit, Verklebungen oder aktive Triggerpunkte. Triggerpunkte sind bestimmte Stellen am Körper, die schmerzhaft werden, wenn in dem dazugehörigen Gebiet ein Problem verhanden ist.  

Bewegungsanalyse

Weiter geht es mit der Bewegungsanalyse. Bei Erstbehandlungen, wenn möglich, an der Longe im Schritt, Trab und Galopp. Bei Nachbehandlungen reicht auch mal ein Vorführen an der Hand. 

Dabei achte ich unter anderem auf die Symmetrie der Bewegung, die Losgelassenheit und eventuell vorhandene Stellungs- und Biegungsprobleme.

Die manuelle Behandlung

Danach beginnt dann die tiefergehende chiropraktische und osteopatische Untersuchung und Behandlung. Liegen muskuläre Probleme, aktive Triggerpunkte oder Verklebungen vor, gehe ich diese als Erstes an. Danach erfolgt dann die Gelenkuntersuchung. Dabei wird jedes Gelenk auf seine Beweglichkeit überprüft und Einschränkungen und Blockaden mit spezifischen Techniken behandelt. Wenn es für Ihr Pferd Sinn macht, wird es im Anschluss noch akupunktiert. Für Pferde, die keine Nadeln mögen, habe ich alternativ auch einen Laser.

Das Märchen vom ausgerenkten Wirbel

Weil umgangssprachlich immer noch der Begriff vom ausgerenkten Wirbel in aller Munde ist, möchte ich an dieser Stelle aufklären. Ja, es gibt ausgerenkte Wirbel. Aber das würde bedeuten, dass der Wirbel mit seiner Gelenkfläche neben der Gelenkpfanne liegen würde. Dabei würde das Rückenmark so stark geschädigt werden, dass das Pferd nicht mehr stehen könnte. Das, was bei einer chiropraktischen oder osteopathischen Behandlung behandelt wird, sind also “nur” Bewegungseinschränkungen. Aber auch diese können sehr schmerzhaft sein und über nervale Bahnen zu allen möglichen anderen Problemen im Körper führen.

Wie entsteht eine Blockade?

  • durch jedes Trauma wie Schlag, Sturz oder Festliegen in der Box
  • unkoordinierte Bewegungen, wie ungünstiges Landen nach dem Sprung oder Ausrutschen
  • unpassendes Training, wie zu kurze Aufwärmphasen, einseitiges Training, keine ausreichenden Regenerationsphasen (wenn eine Muskelgruppe trainiert wird, braucht sie 48 Stunden Pause, bevor ein neuer Trainingsreiz gesetzt werden sollte), Überforderung
  • Bewegungsmangel
  • unpassende Ausrüstung
  • Sitzprobleme des Reiters
  • ungünstige Hufbearbeitung 
  • Als Folge von zahlreichen anderen Erkrankungen wie Zahnprobleme, Magengeschwüre, Gelenkschmerzen…

Hinweise auf Blockaden oder Verspannungen beim Pferd

  • Fehlmuskulatur
  • druckempfindlicher Rücken
  • ungleichmäßiges Senken der Kruppe
  • schiefer Schweif und Schweifschlagen beim Reiten
  • Anlehnungsschwierigkeiten
  • mangelnde Losgelassenheit
  • Widersetzlichkeiten wie Steigen und Buckeln
  • Kreuzgalopp (meist nur an der Longe)
  • Schwierigkeiten beim Angaloppieren oder Durchsprung
  • mangelndes Untertreten und reduzierte Lastaufnahme
  • Kürzertreten einer Hinterhand oder aus der Schulter
  • Steifheit
  • Stellungs- und Biegungsprobleme, Verwerfen
  • Taktfehler
  • reduzierte Leistungsfähigkeit
  • Gurtzwang
Fehlmuskulatur an der Kruppe

Preise

  • Die manuelle Behandlung rechne ich nach Zeit ab mit 2 Euro (zzgl. MwSt) die Minute. Eine Erstbehandlung dauert meist 60-80 Minuten bei umgänglichen Pferden. Sobald weniger Befunde vorliegen, reduziert sich die Behandlungszeit und damit auch die Kosten.
  • Zuzüglich Anfahrtskosten nach GOT. Diese liegen seit Februar 2020 gesetzlich vorgeschrieben bei 3,50 Euro (zzgl. MwSt) pro Doppelkilometer.